Das Viertel Gran Vía gehört zum Distrikt Eixample und entsteht Ende des 19. Jahrhunderts, im Rahmen des Stadterweiterungsplans nach dem Abriss der mittelalterlichen Stadtmauern. Die Gran Vía Marqués del Turia war die erste 1884 gebaute Straße.
Geschichte & Ursprünge
Als Wohnviertel für das valencianische Bürgertum gedacht, entfaltet die Gran Vía einen Verlauf breiter, gerader Straßen mit abgeschrägten Ecken, die an den Kreuzungen kleine Plätze bilden. Das Viertel grenzt im Norden an El Pla del Remei, im Osten an Mestalla, im Süden an Monteolivete und im Westen an Ruzafa.
Nicht zu verwechseln mit der Gran Vía in Madrid, einer zwischen 1910 und 1931 gebauten Einkaufs- und Theaterstraße: zwei gleichnamige Straßen, zwei verschiedene Städte.
Erbe & Architektur
Die Architektur des Viertels ist überwiegend modernistisch und eklektisch, mit Gebäuden von großem denkmalpflegerischem Wert, die verzierte Fassaden, Erker (bow-windows), schmiedeeiserne Balkone und Keramikdetails bewahren. Die Straße misst 900 Meter, von Osten nach Westen ausgerichtet, zwischen der Kreuzung der Avenida Jacinto Benavente-Plaza América und der Calle Ruzafa; ihre Grünplanung wurde 1907 vom Architekten Francisco Mora entworfen. In ihrer Mitte bildet die Plaza Cánovas del Castillo das eigentliche Lebenszentrum der Straße, historischer Treffpunkt des valencianischen Bürgertums und Sammelpunkt der Terrassen des Viertels.
Gran Vía Marqués del Turia
900-m-StraßeGrünplanung von Francisco Mora, 1907.
Plaza Cánovas del Castillo
Zentraler PlatzHerz der Terrassen und des bürgerlichen Lebens der Straße.
Modernistische und eklektische Fassaden
Bürgerliche ArchitekturErker, schmiedeeiserne Balkone, dekorative Keramik.
Abgeschrägte Eckplätze an den Kreuzungen
Ursprünglicher StadtgrundrissKennzeichen des valencianischen Eixample.
Kultur & lebendige Traditionen
Die Gran Vía bleibt vor allem ein bürgerliches Wohnviertel, ohne eigenes Kultur- oder Veranstaltungsangebot in den herangezogenen Quellen. Aus derselben Stadterweiterung nach 1865 entstanden, zeigen die Gran Vía und Arrancapins zwei gegensätzliche Gesichter des valencianischen Eixample: verzierte bürgerliche Residenz auf der einen, Arbeiterwohnraum auf der anderen Seite.
Empfohlene Route
Vormittag · 9–12 Uhr: Architektur-Spaziergang
Bummel entlang der 900 Meter der Gran Vía Marqués del Turia, modernistische Fassaden und abgeschrägte Eckplätze.
Nachmittag · 12–17 Uhr: Richtung Ruzafa
Mittagessen im Viertel, danach nach Ruzafa im Westen für ein lebhafteres Flair.
Abend · ab 17 Uhr: Monteolivete und weiter
Richtung Monteolivete im Süden, auf dem Weg zur Ciudad de las Artes y las Ciencias.
Vorgeschlagene Route, nicht vor Ort getestet.
Häufige Fragen
Ist diese Gran Vía dieselbe wie in Madrid?
Nein, eine eigene Straße in Valencia, 1884 entstanden. Die Madrider Gran Vía ist in diesem Guide separat behandelt.
Wann wurde die Gran Vía von Valencia gebaut?
Die erste Stadterweiterung wird 1884 abgesteckt, die Gran Vía Marqués del Turia ist die erste gebaute Straße.
Wie lang ist die Gran Vía Marqués del Turia?
900 Meter, von Osten nach Westen ausgerichtet, zwischen der Avenida Jacinto Benavente-Plaza América und der Calle Ruzafa.
Wer hat die Grünplanung der Straße entworfen?
Der Architekt Francisco Mora, 1907.
Ist die Gran Vía von Valencia ein touristisches Viertel?
Nein, sie bleibt überwiegend wohn- und bürgerlich geprägt.
